Es ist Montagnachmittag, und eine kleine Gruppe Kindergartenkinder ordnet in der Tigerentengruppe die orangefarbenen Yogamatten sternförmig an. Den Mittelpunkt bildet ein seidiges Tuch auf dem die Klangschale ihren Platz findet. Zur Begrüßung sitzen wir im Yogasitz auf unserer Matte. Die Kinder treffen sich wöchentlich mit Elisabeth um die Bewegung, aber auch die Konzentration und Ruhe der Yogaübungen zu erfahren. "Meine Lieblingsübung ist das gefaltete Blatt. Das merke ich an den Füßen und im Bauch. Da bin ich dann ganz ruhig."
In Geschichten verpackte Übungen (Asanas) mit Namen aus der Natur wie die Sonne, der Mond, der Hund, die Katze, die Krähe, die Kobra, der Baum, sprechen alle Sinne an und trainieren die Wahrnehmung. Die Ansage einzelner Merkmale schult die Körperreflexion.
Bei der Übung Baum z.B.: "Spürst du wie stark verwurzelt dein Fuß ist, der die große Baumkrone aufrecht hält? Vielleicht kann sich dein Fuß fester verwurzeln, wenn du dir einen Blickpunkt suchst." Die Kinder spüren in sich hinein, nehmen sich wahr.
Beim Yoga machen die Kinder nur positive Erfahrungen, denn im Yoga gibt es kein richtig und falsch. Kinder - Yoga ist nicht leistungsorientiert. Die Kinder erfahren dass das, was sie können und wie sie es können gut ist und ihre Art zu leben, zu erleben ist. Es ist ihr "So sein".
Yoga ist eine Methode um Kinder mit all ihren Anlagen und Fähigkeiten zu unterstützen und zu stärken. Unterstützt wird die motorische Entwicklung, die Ausdauer, die Konzentration, die Koordination, die Gemeinschaft. Gestärkt wird die eigene Akzeptanz, das Selbstbewußtsein, das Vertrauen, die Wahrnehmung des ich, des Gegenüber und der Umwelt.
Positive Rückmeldungen und Anerkennung lässt die Kinder in ihrem Selbstbewusstsein wachsen. Im wahrsten Sinne des Wortes: Sie werden sich ihrer selbst immer bewusster. Ihre Körperwahrnehmung wird geschult und sie lernen Verantwortung für sich und ihren Körper zu übernehmen.